Die Haut

Die Haut

Die Haut des Menschen lässt sich in drei Schichten mit unterschiedlichen Funktionen unterteilen:

– Oberhaut (Epidermis)

– Lederhaut (Dermis, Corium)

– Unterhautfettgewebe (Subcutis)

Oberhaut und Lederhaut bezeichnet man als Cutis.

Hat ein Gesamtgewicht von drei bis vier Kilogramm, sie ist drei bis fünf Millimeter dick. Die Haut auf Hand- und Fußsohlen nennt man Leistenhaut – sie ist unbehaart. Der Rest des Körpers ist mit der sogenannten Felder haut bedeckt. Eingebettet in die drei Hautschichten sind die sogenannten Hautanhangsgebilde: Dazu zählen Drüsen, Haare und Nägel.

Haut Basiswissen

– Fläche: beim erwachsenen Menschen ca. 1,5 – 2 m²

– Gewicht: ca. 10% des Körpergewichtes

– Stärke: ca. 1- 4 mm

– Der saure pH-Wert („Säureschutzmantel“; pH-Wert ca. 5,5) der Hautoberfläche wirkt antibakteriell

– Die Lipide auf der Haut („Wasser-Fett-Film“) schützen vor Austrocknung

– Die vollständige Erneuerung der äußeren Haftschichten dauert ca. 4 Wochen

Die Hornhaut

– Die Hornhaut besteht aus ca. 15 Lagen flacher, abgestorbener Zellen

– Aufbau nach dem Prinzip „Ziegelsteine und Mörtel“

– Täglich wird eine Schicht neu gebildet

– Täglich werden ca. 107 Partikel als Schuppen abgegeben

– Eine sichtbare Hautschuppe besteht aus ca. 500 Hornhautzellen

– 10% der Hautschuppen tragen lebensfähige Mikroorganismen

Die Oberhaut

Die Hornschicht (Stratum corneum)

– Hornzellen (Keratinozyten)

Sie machen als Hornsäulen den Großteil der Zellen in der Haut aus, werden in der Keimschicht (Stratum basale) gebildet und wandern allmählich nach außen. Sie bilden mit den abgestorbenen Hornschuppen die äußere Oberfläche und den Fett- und Säuremantel

– Die Schicht ist etwa 25 Zellen dick

Die Körnerschicht (Stratum granulosum)

– Die Schicht wird durch Horn-Knorpelkörnchen gebildet. Die Zellen sterben ab und werden nach außen abgeschoben

– Langerhans-Zellen und T-Lymphozyten sind für das Immunsystem (Abwehrfunktion ) der Haut verantwortlich und spielen unter anderem beim allergischen Geschehen eine wichtige Rolle

– Die Körnerschicht ist etwa 2-3 Zellschichten dick

Die Keimschicht (Stratum germinativum)

– Stachelzellenschicht (Stratum spinosum), die stachelförmigen Hornzellen bilden festen Verbund aus etwa 3-7 Zellschichten

– In ihr kommen auch Langerhans-Zellen vor

– Unterste Zellschicht (Stratum basale), die so genannten Basalzellen sind die tiefst liegende Schicht der Oberhaut: Hier werden neue Hautzellen durch Teilung gebildet, die permanent an die Hautoberfläche wandern, auf dem Weg dorthin absterben und als tote Zellen (Keratin) die äußere Hornschicht der Haut bilden. Durch Abschuppung werden Teile der Hornschicht täglich abgestoßen

– Pigmentzellen (Melanozyten) liegen zwischen den Basalzellen und bilden die Hautfarbe Melanin, die gleichzeitig als Lichtschutz dient

– Merkel Zellen (Mechanorezeptoren) befinden sich ebenfalls in der Basalschicht. Im Durchschnitt kommen 16 Merkel Zellen pro mm² Epidermisfläche vor. Sie melden Druck (Behrürungsempfindung) an das Gehirn und sind wichtig für das Tastgefühl

 

Die Lederhaut

Die Lederhaut (Dermis, Corium) ist ein Teil unserer Haut und schließt sich direkt an die Basalmembran der Oberhaut an. Die Lederhaut wird aus 2 Schichten gebildet:

– Die obere Schicht ist die Papillen Schicht (Stratum papillare)

– Sie besteht aus lockerem Bindegewebe, das sich zapfenartig in die Oberhaut einstülpt. Sie enthält Blutkapillaren und Nervenendorgane (Rezeptoren) und viele Abwehrzellen (Leukozyten, Plasmazellen, Mastzellen)

– Die untere Schicht ist die Netzschicht (Stratum retikulare), die mit festen Bindegewebsfasern durchzogen ist. Letztere bestehen aus Kollagen und Elastin

– Kollagen ist notwendig für die Festigkeit und Dehnbarkeit der Haut und Elastin gewährleistet ihre Flexibilität und Elastizität

– Je nach Ausrichtung des Kollagenfasergeflechts bilden sich die Spaltlinien der Haut. Wird die Festigkeit der Haut überdehnt entstehen Striae distensae – die berühmten Schwangerschaftsstreifen

– Zusätzlich befinden sich in der Netzschicht größere Nerven und Blutgefäße, Schweißdrüsen, Haarfollikel und glatte Muskelzellen.

– Die Lederhaut verliert im Alter an Elastizität. Dadurch verringert sich die Spannkraft der Haut und es entstehen Falten. Die Lederhaut beherbergt auch wichtige Sinnesorgane für Druck-, Tast-, Vibrations-, Temperatur- und Schmerzempfindung

– Auf einem Quadratzentimeter Lederhaut findet man durchschnittlich 200 Schmerzrezeptoren, 100 Druckrezeptoren, 12Kälterezeptoren, 2 Wärmerezeptoren. 100 Schweißdrüsen, 40 Talgdrüsen

Unterhaut

Die Unterhaut (Subcutis) ist ein Teil unserer Haut und schließt sich direkt an die Netzschicht der Lederhaut an. In der Unterhaut sind die Haarwurzeln verankert. Außerdem finden sich hier die Schweißdrüsen, Talgdrüsen, Duftdrüsen und Milchdrüsen sowie größere Lymph- und Blutgefäße. Durchzogen wird das Bindegewebe von Ausläufern der festen Fasern der Lederhaut. Diese Fasern sind fest mit der unter der Subcutis liegenden Körperfaszie verbunden. Auf diese Weise entsteht einen Kammerung des Unterhautgewebes

Die Unterhaut besteht aus lockerem Bindegewebe und Unterhautfettgewebe, die eine Verschiebe-Schicht bilden. Das Fettgewebe ist je nach Körperregion, Ernährungszustand, hormoneller Situation, Alter und Geschlecht unterschiedlich stark ausgeprägt und hat wesentlichen Anteil am Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel. Es dient als Nahrungs-depot, Polsterung und Isolierung

Im Alter lockert sich die Verbindung zwischen Corium und Subcutis und es entstehen Falten